Meuspath – Bei schwierigen Witterungsbedingungen, 182 startenden Teilnehmern und einem wahren Reifenpoker fuhren Romain Dumas und Marcel Tiemann beim zweiten VLN-Lauf des Jahres mit dem gelb-grünen Manthey-RSR auf’s Gesamtpodium und sicherten sich damit gleichzeitig auch den Sieg in der Klasse SP7!
Nach dem fulminanten Start in die Langstreckenmeisterschaft 2009 vor zwei Wochen, begann der Samstag für Manthey-Racing zunächst mit einer Schrecksekunde, als ein technischer Defekt im Antriebsstrang zu einer unfreiwilligen Reparaturpause in Meuspath führte. Porsche-Werkspilot Romain Dumas vermeldete zuvor über Funk Getriebeprobleme, „die sich allerdings später als Schaden am Sperrdifferential herausstellten“, wie Olaf Manthey nach mehr als zwei Stunden Reparaturzeit analysierte. Ohne eine belastbare Trainingszeit gefahren zu sein, mußte der Manthey-RSR als Sieger des Saisonauftaktes vom Ende der ersten Startgruppe aus ins Rennen starten, was sich umso schwieriger gestaltete, als daß Petrus kurz nach dem Senken der Startflagge den Regen noch stärker herunterprasseln lies. Doch auch durch die mehr als undankbare Startposition und Dauerregen lies sich Startfahrer Dumas nicht beirren – wie vom Teufel persönlich geritten enterte der von Platz 70 aus gestartete Franzose schon in Runde drei die Top 10. „Im Regen kam ich mir vor, als würde ich in der Dusche Autorennen fahren“, grollte Dumas. „Selbst wenn man ein langsames Auto überholen will, fährt man in eine wahre Gischtwand, Sicht gleich Null.“ Auch Teamkollege Tiemann blieb anschließend auf dem Gas und so schobt das Duo - auch heuer wieder zusammen mit Timo Bernhard und Marc Lieb beim 24h-Klassiker gemeinsam am Start - das Mantheysche Topauto kontinuierlich weiter Richtung Spitze und überfuhr schließlich nach exakt vier Stunden und zwei Minuten auf Gesamtrang drei die Ziellinie, ganz zur Freude des Teamchefs: „Mein Lob gilt Romain und Marcel; ich wußte, daß ich mich auch bei diesen Regenrennen auf die Jungs verlassen kann, auch wenn wir heute bei der Reifenwahl in der Box ebenso viel zaubern mußten, wie die beiden hinterm Lenkrad.“
Armin Hahne, Jochen Krumbach und Werksfahrer Emmanuel Collard pilotierten wie beim Saisonauftakt den neuen 911 GT3 Cup S und waren im Training am Samstagmorgen schnellster MR-Porsche. Der einzige nicht auf Michelin-Pneus rollende Wagen der Manthey-Flotte konnte dank Startfahrer Armin Hahne auch im Rennen die Pace der Spitzengruppe mitgehen. Ein nicht ganz geglückter Fahrerwechsel kostete später wertvolle Zeit, doch biß Krumbach in der allerletzten Rennrunde nochmals richtig in den Lenkradkranz und wurde als Gesamtfünfter auf dem Krimskoye-Renner abgewunken. „Das war heute bei diesem Regen so, als würde man auf Radiergummis rollen“, stellte Krumbach nach dem Rennen erschöpft fest, und fügte selbstkritisch hinzu, daß man „das Anschnallen“ bis zum 24h-Rennen noch verstärkt üben wolle. Der erste im Team Manthey-Racing eingesetzte Cup S lies jedoch sein Potential aufblitzen, so daß Fahrer und Teamchef dem nächsten Termin erwartungsvoll entgegen sehen.
Mit Startplatz 16 blieb der dritte MR-Rennwagen nach dem Specials-Reglement unter den Erwartungen seines Fahrertrios Georg Weiss, Michael Jacobs und Martin Ragginger, wobei der Österreicher an diesem Wochenende gleich in zwei Fahrzeugen der Meuspather am Volant drehte, nachdem Wochenspiegel-Stammfahrer Peter-Paul Pietsch erst wieder zum kommenden Lauf an den Ring zurückkehrt. Hoch motiviert gab dann Startfahrer Jacobs Gas, um gleich in der ersten Runden Plätze gut zu machen, doch schon nach wenigen Metern kam es im Getümmel der ersten Kurvenanfahrt zu einer Berührung mit einem Konkurrenten und einem unausweichlichen Dreher der Startnummer 116. Einige Plätze gingen verloren, so daß sich der Nordschleifen-erfahrene Aachener erst wieder durch Gischt und Aquaplaning in die Top 20 zurückkämpfen mußte. „Das war heute ein hartes Rennen, denn Du hast die Reifen einfach nicht auf die richtige Temperatur gekriegt. Trotzdem habe ich das Maximum herausgeholt, aber mehr als Platz zwölf war heute nicht drin!“ Mit dem 4l-Motor im Heck fiel es dem Trio bei regennasser Strecke schwer die Power auf die Straße zu bekommen. Daraus resultierend wird der Wochenspiegel-Porsche nun bis zum kommenden Rennen mit einer Traktionskontrolle ausgerüstet, analog dem Porsche RSR. „Ich habe Olaf direkt nach dem Rennen den Auftrag dazu erteilt“, hält Weiss fest, „ denn wir alle wissen, was wetterseitig bei einem im Mai stattfindenden 24h-Rennen alles möglich ist, und da wollen wir technisch bestmöglich gerüstet sein.“
Ebenfalls einen weiteren Podiumsplatz gab es für Manthey-Racing in der Porsche Cup-Klasse: Zusammen mit den beiden Porsche-Junioren Marco Holzer und Martin Ragginger fuhr Ringnovize Rodney Forbes bei seinem zweiten Start wieder auf’s Klassenpodest. Daß Forbes in seinem erst zweiten Rennen auf der Nordschleife überhaupt die Toprundenzeiten von Ragginger und Holzer nicht ganz mitgehen konnte, war klar. „Als Teil der Vorbereitung für ihre Einsätze für uns beim 24h-Rennen war für Martin und Marco jeder Rennkilometer goldwert und die Platzierung etwas nachrangiger!“, stellte Olaf Manthey nach der Zieldurchfahrt der Startnummer 676 fest.
Einen nicht so guten Run erwischte dieses Mal das britische Trio Gary Williams, Trevor Reeves und Julian Perry. Die Nordschleifen-Liebhaber kamen mit zwei Runden Rückstand auf Rang 48 liegen ins Ziel. „Wir kommen aus England. Dort scheint die Sonne, wie an der Riviera, und jetzt kommen wir nach Deutschland und finden Regen und Nebel vor; das sind wir doch gar nicht gewohnt“, scherzte Williams schon am Freitagnachmittag mit Blick auf den Dauerregen und wenig erfreuliche Prognosen für den Renntag.
Der dritte Lauf des Jahres - der 51. ADAC ACAS H&R-Cup - findet in zwei Wochen am 2. Mai statt.