MANTHEY RACING. Ready for your Porsche!
27.07.2015

Olaf Manthey brilliert mit dem zweifachen Siegerwagen des 24-Stunden-Rennens Nürburgring beim Goodwood Festival of Speed

”Give me Goodwood on a summer’s day."

”Give me Goodwood on a summer’s day, and you can keep the rest of the world.” Diese berühmte Liebeserklärung des britischen Autorennfahrers Roy Francesco Salvadori (* 12. Mai 1922 in Dovercourt, Essex, England; † 3. Juni 2012) an seine bevorzugte Rennstrecke kann seit 1993 auch auf das Goodwood Festival of Speed übertragen werden. Das weltweite Highlight der historischen Rennszene findet ebenfalls auf dem weitläufigen Gelände von Goodwood House in Westhampnett bei Chichester in Südengland statt. Veranstalter ist der motorsportbegeisterte Charles Henry Gordon-Lennox, Earl of March and Kinrara, besser bekannt als Lord March. Motorsport nimmt in Goodwood aus Tradition einen hohen Stellenwert ein. 1936 legte der Rennfahrer Frederick Gordon-Lennox, Duke of Richmond, Großvater des Lord March, mit einem privaten Bergrennen – einem Hillclimb – den Grundstein für das heutige Festival. Zudem fand am 18. September 1948 auf einem ehemaligen Flugfeld, dem zum Rundkurs ausgebauten Goodwood Circuit, ein Rennen statt. Aufgrund von Sicherheitsbedenken musste der Rundstrecken-Betrieb am 2. Juli 1966 wieder eingestellt werden.

Die Wiederbelebung – das Goodwood Revival – findet in Gestalt eines gesellschaftlichen Ereignisses sowie eines erstklassig besetzten Bergrennens über 1,16 Meilen – 1,86 Kilometern entsprechend – statt. Auf der engen Strecke sind neun Kurven zu bezwingen. Bereits vier Jahre nach der Event-Premiere 1993 war die Automobil-Industrie beim Schaulaufen der historischen Hochkaräter in Vollbesetzung vertreten. Stars von einst gaben sich die Ehre, sie zelebrierten ihr Wiedersehen mit ihren Siegerwagen aus einer längst vergangenen Zeit. Angezogen von der Bilderflut, die das Festival of Speed alljährlich generiert, strömt ein internationales Publikum nach West Sussex. Dieses Jahr sollen es – vorsichtigen Schätzungen zufolge – um die 300.000 begeisterte Besucher gewesen sein. Dass es auch immer mehr "Petrolheads" aus Deutschland werden, war bei der 23. Auflage des Festivals dem Auftritt eines gelb-grünen Porsche 911 GT3 RSR-MR zuzuschreiben. Manthey-Racing feierte mit diesem 2007 in Betrieb genommenen GT-Rennboliden (Chassisnummer WPO ZZZ 99 Z7S 79 9927) zwei von fünf Gesamtsiegen beim ADAC-Zurich-24-Stunden-Rennen Nürburgring – den ersten 2007, den zweiten 2008. Im Anschluss an die Langstrecken-Saison auf dem Nürburgring 2008 ging der zweimalige Siegerwagen in eine private Sammlung über. Seine sporthistorische Relevanz ist annähernd mit der des legendären Joest-Porsche 956.117 vergleichbar, der 1984 und 1985 die 24 Stunden von Le Mans gewann.

In der Kategorie Nummer 24 ("Modern GT Racers") trat Olaf Manthey in Goodwood 2015 als einer von dreizehn Teilnehmern an. Am 21. April erst 60 Jahre alt geworden, reiste der ehemalige Driftkönig der DTM nur mit zwei Mechanikern an. Nicht allein der Porsche, zu seinen Glanzzeiten ein Musterbeispiel an Zuverlässigkeit, bestätigte seine gute Reputation. Auf dem welligen Fahrbahnbelag demonstrierte Olaf Manthey einmal mehr seine Klasse – er bewies, dass die heimische Nürburgring-Nordschleife hervorragend geeignet ist, um fit für jede andere Rennstrecke zu sein. Innerhalb seiner Kategorie belegte Manthey hinter dem neuzeitlichen Nissan-Werkspiloten Alex Buncombe Platz zwei. In der Gesamtwertung kam er inmitten von Pikes-Peak-Bergrennwagen und allerlei Formel-1-Gerät auf den ansehnlichen 16. Rang. Er etablierte sich auch als bestplatzierter Porsche-Pilot, um elf Positionen von einem 911 GT1 Evo getrennt.

Beseelt kehrte er in seine rheinische Heimat zurück. "Jeder, der Goodwood noch nie erlebt hat, sollte dies unbedingt nachholen!", sprudelte es anlässlich des vierten VLN-Laufs 2015 auf dem Nürburgring aus ihm heraus, "die ganze Atmosphäre, der Stil, mit dem die Legenden ins rechte Licht gerückt werden, dazu Menschenmassen wie in Le Mans – das alles ist in der Welt einzigartig!"

”Give me Goodwood on a summer’s day, and you can keep the rest of the world." So, wie der Italo-Engländer Roy Francesco Salvadori einst in blumigen Worten von Goodwood schwärmte, würde Olaf Manthey sein Fazit nicht ziehen. Der gebürtige Bonner fasst seine Eindrücke eher pragmatisch zusammen: "Diese Reise hat sich auf jeden Fall gelohnt, und ich komme gerne wieder!" Er ist selbst eine Legende, der Zwirbelbart ohne Bartspitzen. Nach dem zweiten 24-Stunden-Triumph des RSR mit der Chassisnummer #WPO ZZZ 99 Z7S 79 9927 – seinem dritten insgesamt – am 25. Mai 2008 ließ er sich sein Markenzeichen abschneiden. "Ohne die Bartspitzen fiel der tägliche Boxenstopp in meinem Badezimmer kürzer aus", offenbarte er am 14. Mai 2015, als er seine Buchproduktion "Die gelb-grüne Erfolgsstory" vorstellte.