MANTHEY RACING. Ready for your Porsche!
20.10.2009

Technischer Defekt verhindert Podiumsplatz

Wochenspiegel-Porsche feiert Zielankunft

Meuspath - Äußerst widrige Wetterbedingungen und ein Defekt bremsten am Samstag Manthey-Racing beim vorletzten Lauf zur Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring ein! Das in diesem Jahr bereits mit fünf VLN-Siegen erfolgreiche Team von Olaf Manthey mußte den zweiten „Nuller“ der laufenden Saison für den RSR hinnehmen.

Daß der neunte Lauf kein Zuckerschlecken würde, mußten Timo Bernhard, Richard Lietz und Marcel Tiemann bereits im Training erfahren, denn mehr als ein sechster Platz direkt hinter dem Cup S von Manthey-Racing war nicht drin. Zu schwer wiegen im wahrsten Sinne des Wortes die 50 Kilogramm, die den gelb-grünen GT3 RSR von seinen SP7-Konkurrenten trennen, hinzu kamen häufige Wetterwechsel, so daß die Reifenwahl eher einem Roulette glich, denn strategischer Planung. „Mit diesem Gewichtsnachteil hast Du nach vorne einfach keine Chance auf die Distanz“, hält Tiemann nach seinem Stint kopfschüttelnd mit Blick auf die Rundenzeitendifferenz fest.

Es war somit keineswegs zu erwarten, daß der Manthey-RSR am Kopf des Feldes ein Wörtchen mitreden kann, aber Startfahrer Bernhard drückte das Gaspedal nach Freigabe des Rennens mächtig auf die Bodenplatte. Doch ein wiederholter Wetterumschwung brachte den erfolgreichen Porsche-Werkspiloten nach Runde zwei wieder an die Manthey-Box, wo die Crew den RSR mit Slicks besohlte. Bis in Runde fünf gelang es Bernhard dann bis auf den zweiten Gesamtrang vorzufahren, bis er schließlich in Runde acht die Führung übernehmen konnte.
Tiemann übernahm beim planmäßigen Stop nach der zehnten Runde das Volant des ratioparts-Porsche’ und machte weiter Druck. Unzählige Male wechselte bei anhaltend unbeständigen Witterungsbedingungen die Führung im Mittelteil des Rennens. Als Tiemann den Wagen auf Platz zwei liegend schließlich an Lietz übergab, schien ein Podiumsplatz in greifbarer Nähe, doch in Runde 23, und damit nur knapp eine halbe Stunde vor Rennschluß, mußte Lietz den Wagen auf der GP-Strecke ohne Vortrieb ausrollen lassen. „Es kann eine Antriebswelle sein oder auch das Differential“, konstatierte Olaf Manthey nach seiner Rückkehr aus den USA am Sonntag. „Wir werden Motor und Getriebe am Montag genau prüfen, um eine definitive Aussage fällen zu können, denn bis dato war unser RSR ein Ausbund an Zuverlässigkeit, wie die bisherigen Saisonerfolge zeigen.“

Schnellster Manthey-Porsche am vergangenen Wochenende war der gelb-grüne und Yokohama-bereifte Krimskoye-Porsche von Armin Hahne und Jochen Krumbach, dieses Mal unterstützt von Marco Holzer. Von Startplatz fünf aus nahm Hahne als Startfahrer das Rennen auf und machte klar, daß das vom Bobinger Porsche-Junior unterstützte Trio fest gewillt war den neunten Lauf auf einem vorderen Platz zu beenden. „Die Regenpneus von Yokohama funktionieren top“, bestätigte Ringfuchs Hahne. „Es wäre weit mehr drin gewesen, wenn der Reifenschaden uns nicht dazwischen gekommen wäre!“ Als klar wurde, daß die Strecke immer weiter abtrocknet, entschloß man sich auch den Cup S auf Slicks umzurüsten, doch wenige Minuten später rollte der Wagen mit einem Reifenschaden wieder an die Box, was wichtige Minuten und später dann die sichere Top5-Plazierung kostete. Dennoch zeigte sich Holzer zufrieden, der zuletzt zum 24h-Event am Ring weilte: „Mit einem heftigen Reifenschaden nach vier Stunden noch auf dem 6. Platz zu landen, ist dennoch eine reife Leistung, finde ich!“

„Angekommen!“ Unter diesem Motto freuten sich Georg Weiss, Michael Jacobs und Peter-Paul Pietsch über ein gelungenes Rennen ohne Ausfall oder Unfallschäden! Nach dem vielen Pech der letzten Rennen freuten sich die drei Amateurracer augenscheinlich über ihren vierstündigen Auftritt, selbst wenn dieser auf einem fünfzehnten Rang endete. „Du findest einfach keinen optimal passenden Reifen bei diesem Wetter; es fehlt einfach die Mitte“, beschrieb Jacobs die besonderen Herausforderungen des Eifelwetters. Weiss merkte an, daß die Nordschleife bei jeder Runde eine andere war, und faßte damit die Erfahrungen nahezu aller Piloten zusammen, die am Wochenende die etwas mehr als 24 km unter die Rennräder nahmen. Co Pietsch ergänzte noch in der Box: „Ich hab’s genossen! Das Ding lag echt sagenhaft. Ich freue mich schon auf’s nächste Rennen.“

Nicht der Rede wert sei die Endplazierung, merkten Gary Williams, Tim Raven und Julian Perry hinsichtlich ihres 48. Ranges auf dem auffällig lackierten Cup-Porsche an. „ Es war verdammt tricky“, stellte Raven fest und verwies darauf, daß sich die drei Freunde aus England darauf verständigt hatten, dieses Mal auf Ankommen zu fahren, um vor dem Saisonfinale auf jeden Fall einen Unfallschaden zu vermeiden. „Aber Spaß hatten wir trotzdem eine Menge“, unterstrich Perry abschließend.

Am 31. Oktober beschließt der 34. DMV Münsterlandpokal die Saison 2009 der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring. Der zehnte Lauf führt über die Distanz von vier Stunden, ehe dann bis zum Frühjahr die Motoren in der ‚Grünen Hölle’ verstummen.