MANTHEY RACING. Ready for your Porsche!
17.05.2010

24h-Einsatz ohne Happy-End für Manthey-Racing !

Unfall beendet Manthey’s Podiumsträume noch vor Mitternacht

Meuspath/Nürburgring - Nach vier historischen Gesamtsiegen in Folge beim schwierigsten 24h-Rennen weltweit war es Manthey-Racing am letzten Wochenende nicht vergönnt die Erfolgsserie mit einem fünften Gesamtsieg fortzusetzen. Durch einen unverschuldeten Unfall sind die Vorjahressieger im Porsche 911 GT3 R um ihre große Chance auf den fünften Gesamtsieg in Folge gebracht worden. Kurz vor halb elf in der Nacht verunfallte direkt vor Marc Lieb ein Teilnehmer, prallte in die Leitplanken und wurde dann auf die Strecke zurückgeschleudert, wo er den bis dahin souverän und von Runde eins an führenden Manthey-Elfer mit voller Wucht traf. Der gelb-grüne Podiumsanwärter erlitt bei dem Aufprall im Bereich Metzgesfeld schwere Schäden an Vorder- und Hinterachse. Nachdem der Wagen unter großem Zeitverlust zur Reparatur ins Fahrerlager gelangte, folgte eine eingehende Prüfung des Unfallschadens, welche Olaf Manthey bewog um zwanzig Minuten vor Mitternacht das offizielle Aus des bis dahin mit großem Vorsprung führenden Renners zu verkünden. „Es ist bitter, auf diese Art und Weise auszufallen“, sagte anschließend ein sichtlich enttäuschter Marc Lieb, der zwar äußerlich unverletzt, jedoch emotional recht angeschlagen und mit hängendem Kopf in die Box zurückgekehrt war. „Es war eines der genialsten Rennen mit einem absolut perfekten Auto. Wir sind alle total enttäuscht!“ Seine drei Mitfahrer, als auch Teamchef Manthey ließen nicht den Hauch eines Zweifels daran aufkommen, daß den Ludwigsburger in keinster Weise eine Mitschuld am Ausfall der Startnummer eins traf. „Vier Mal war uns von 2006 bis 2009 das Glück neben dem Können hold“, unterstrich dann auch Olaf Manthey, „Somit mußte die Glückssträhne irgendwann einmal enden, doch nächstes Jahr werden die Karten wieder neu gemischt.“

Waren es im Laufe der beiden Zeittrainings noch die Audi-Teams, die das Geschehen beim Langstreckenklassiker auf der Nordschleife bestimmten, konterte Manthey-Racing dann gleich beim Start, denn nur die erste Kurve gehörte noch dem Pole-Sitter mit den vier Ringen. Dann stürmte Marcel Tiemann in einem wahren Husarenbritt von Platz sieben an die Spitze, und noch vor dem allersten Einbiegen auf die Nordschleife verschaffte er damit Manthey-Racing eine tolle Ausgangsbasis für eine Wiederholung des Vorjahreserfolges. Nach acht Runden bog Tiemann dann zum ersten Tank- und Reifenwechselstopp Richtung Box 26 ab und übergab das Auto an Marc Lieb. Auch anschließend lief der 911 GT3 R mit der Startnummer eins wie das sprichwörtliche Uhrwerk. Nach einem Viertel des 24h-Marathons in der Eifel hatte das Fahrerquartett mit dem 480-PS-Porsche schon gute zwei Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten herausgefahren. Nach vier planmäßigen und problemlosen Boxenstopps hatten alle Fahrer von Manthey-Racing ihren ersten Stint erledigt. Startfahrer Tiemann eroberte die Führung, die seine Kollegen Lieb, Bernhard und Dumas sukzessive ausbauen konnten. „Ich bin beim Start richtig gut weggekommen. Einer der Gründe war sicher, daß meine Reifen gleich eine gute Temperatur hatten. So konnte ich auch nacheinander die Audis überholen, weil ich einfach besser aus den Kurven heraus beschleunigen konnte. Als ich dann vorne war, konnte ich frei fahren, die Geschwindigkeit halten und den Vorsprung leicht ausbauen.“

Haribo-Porsche in den Top 20

Auch der 911 GT3 R des Haribo-Manthey-Teams schlug sich ausgezeichnet. Lance David Arnold, Christian Menzel, Richard Westbrook und Alex Margaritis lagen nach einem Viertel des Rennens auf einem guten achten Platz. „Wir haben mit einem guten Start die Möglichkeit genutzt, nach vorn zu fahren. Dann galt es eigentlich nur, sauber durchzufahren. Doch dann erwischte uns erst ein Problem mit den vorderen Stoßdämpfern, bevor auch mit einer erhöhten Getriebetemperatur eine weitere Fehlerquelle uns das Leben schwer machte.“ Letztendlich mündeten die vorbenannten technischen Probleme in einem länger währenden Boxenaufenthalt. Dennoch ließ sich die Haribo-Crew nicht entmutigen, zeigte Sportsgeist und blieb zur Freude der Fans im Rennen, als man auf Platz 86 wieder ins Renngeschehen des nächtens eingriff. Am Sonntagmorgen war der Sprung in die Top 40 wieder geschafft, doch ein weiterer Defekt führte dann zum endgültigen Aus.
Eine tolle Vorstellung lieferte auf der anderen Seite der zweite Haribo-Porsche ab! Startnummer 88 mit Mike Stursberg, Georg Berlandy, Wolfgang Kohler und Hans-Georg Riegel schaffte den Sprung in die Top 20 und beendete das 38. 24h-Rennen als bestplazierter Manthey-Porsche des Rennens.

Wochenspiegel-Quartett nach tollem Start im Pech

Ein Getriebedefekt war es auch, der den hervorragend gestarteten Wochenspiegel-Porsche letztendlich einbremste. Nachdem Peter-Paul Pietsch, Michael Jacobs, Oliver Kainz und Georg Weiss ab 15 Uhr Samstagnachmittag keinen Zweifel aufkommen ließen, daß sie als Nordschleifen-begeisterte Amateure nicht gewillt waren, die Top 20 den so zahlreich angetretenen Werksautos zu überlassen, folgte eine Reihe kurzer, aber unfreiwilliger Boxenstopps, die das Quartett immer wieder im Ranking absinken lies. Doch anschließend wurde die Startnummer 3 wieder nach vorne getrieben, um verloren gegangenes Terrain zurückzuerobern. Die finalen Schwierigkeiten mit dem Getriebe konnten jedoch anders als zuvor nicht gelöst werden, so daß der Wochenspiegel-GT3 R das Rennen einige Stunden von dem Ende aufgeben mußte. „Wir wollten die Zielflagge sehen. Das war unser vorgegebenes Ziel, nachdem unser 2009er Einsatz von unglaublich viel Pech verfolgt war“, stellte Weiss enttäuscht fest. „Auch wenn wir in diesem Jahr mit einem GT3 R unterwegs waren, scheint der Ringgott uns nicht auf seinem Zettel gehabt zu haben.“

R Hybrid mit großartigem Auftritt

Die Pechsträhne fand ihren traurigen Höhepunkt mit dem Ende der achtstündigen Führung des Porsche 911 GT3 R Hybrid. Bis dahin konnte der innovative Rennwagen aus Weissach den Beweis antreten, daß die von Porsche eingesetzte Technologie auf der Rennstrecke konkurrenzfähig ist und zugleich einen deutlichen Verbrauchsvorteil darstellt. Nach 22 Stunden und 15 Minuten rollte der orange-weiße 911 GT3 R Hybrid in Führung liegend im Streckenabschnitt Metzgesfeld mit Motorschaden aus. „Ich habe ein lautes Geräusch aus dem Heck gehört und plötzlich keinen Vortrieb gehabt“, beschrieb Werksfahrer Jörg Bergmeister das unvermittelte Ende der Siegträume. Wolfgang Dürheimer, Vorstand für Forschung und Entwicklung der Porsche AG, zog trotz des fehlendes Happy Ends eine positive Bilanz: „Der 911 GT3 R Hybrid hat bewiesen, daß sich höchste Performance und einzigartige Effizienz nicht ausschließen. Hybrid ist die Zukunft! Und wir haben heute sehr viel gelernt zu diesem Thema. Gerne hätten wir das Rennen beendet, doch es ist mir wichtig festzuhalten, daß bis zum Motorschaden der Wagen ohne jedwedes Problem gelaufen ist!“

Straßen-RS ein Ausbund an Zuverlässigkeit und Schnelligkeit

Die Erwartungen übertroffen hatte der straßenzugelassene Porsche 911 GT3 RS, der den Weg zum Nürburgring auf eigener Achse zurückgelegt hatte und nach seiner Zielquerung für zahlreiche strahlende Gesichter bei Porsche sorgte. Ex-DTM-Pilot Roland Asch, Rennfahrer und TV-Moderator Patrick Simon sowie die Journalisten Horst von Saurma und Chris Harris belegten im Feld der knapp 200 ins Rennen gegangenen Fahrzeuge einen mehr als respektablen 13. Rang. „Nicht schlecht für ein Auto mit regulären Kennzeichen, welches man in jedem Porsche-Zentrum erwerben kann“, staunte Simon überglücklich nachdem man in der letzten Runde nochmals einen Platz gutgemacht hatte. Das Fahrerquartett absolvierte insgesamt 145 Rennrunden ohne jegliche technische Probleme. „Daß man mit einem ganz normalen Straßenauto in so einem strapaziösen Rennen nicht nur mithalten, sondern auch noch so weit nach vorne fahren kann, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet!“ stellte Asch nach Rennende fest.

Tolle Zusammenarbeit zwischen Manthey und Porsche

Auch wenn Manthey-Racing unverändert wie in der Vorjahren als kleines, aber kompetentes Privatteam agierte, waren alle Beteiligten aus Weissach, Zuffenhausen und Meuspath voll des Lobes über die gelungene Kooperation am Ring! „Als feststand, daß unsere Nummer eins geschieden ist, war für alle in unserem Team auch ohne Ansage klar, daß wir ab da voll und ganz hinter dem Einsatz des R-Hybrid als neuer Nummer eins stehen“, erklärte Olaf Manthey.
Schon kurz nach dem Rennen ging ein großes Lob von Porsche ausdrücklich an die Manthey-Teammitglieder. Ein Weissacher Fahrzeugleiter formulierte es so: „Ob nun die einen ein blaues Shirt trugen und die anderen ein weißes, das spielte am ganzen Wochenende keine Rolle. Wir haben uns als ein Team gefühlt, das sich dem gleichen Ziel verpflichtet fühlt, nämlich einen Elfer auf’s Podium zu bringen. Insofern freuen wir uns, wenn diese tolle Zusammenarbeit bald fortgesetzt wird!“


MR-Rennfahrzeuge 2010 (VLN)

NR. PILOTEN FAHRZEUG KLASSE
114 Tiemann, Bernhard, Lieb, Dumas, Klasen 911 GT3 R SP9
110 Weiss, Pietsch, Jacobs, Kainz 911 GT3 R SP9
155 Weiss, Pietsch, Jacobs, Kainz 911 GT3-MR SP7
88 Riegel, Arnold, Westbrook, Menzel, Margaritis 911 GT3 R SP9
89 Riegel, Stursberg, Kohler, Berlandy 911 GT3 Cup S SP9
655 Williams, Cooke, Perry, Raven 911 GT3 Cup Cup2
660 Holte, Porsche, Ragginger 911 GT3 Cup Cup2
112 Hahne, Krumbach, Gindorf 911 GT3 R SP9

 

MR-Rennfahrzeuge 2010 (24h)

NR. PILOTEN FAHRZEUG KLASSE
1 Tiemann, Bernhard, Lieb, Dumas 911 GT3 R SP9
3 Weiss, Pietsch, Jacobs, Kainz 911 GT3 R SP9
8 Arnold, Westbrook, Menzel, Margaritis 911 GT3 R SP9
88 Riegel, Stursberg, Kohler, Berlandy 911 GT3 Cup S SP9


 
die folgenden Renntermine 2010

  • 12.06. - 41. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy
  • 03.07. - 50. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen
  • 17.07. - 33. DMV Grenzlandrennen
  • 31.07. - 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen
  • 25.09. - 42. ADAC Barbarossapreis
  • 16.10. - 34. DMV 250-Meilen-Rennen
  • 30.10. - 35. DMV Münsterlandpokal