MANTHEY RACING. Ready for your Porsche!
02.11.2010

Manthey triumphiert auch beim Saisonfinale!

Teamrekord: Sieben Siege in zehn VLN-Läufen der Saison

Meuspath/Nürburgring - Mit einer Glanzvorstellung und dem siebten Gesamtsieg beschloß Manthey-Racing die VLN-Langstreckenmeisterschaft 2010! Mit vier Manthey-vorbereiteten Porsche 911 GT3 gelang der Sprung in die Top 10 des Gesamtklassements, wobei der gelb-grüne „Dicke“ als der schnellste Elfer der Truppe aus Meuspath mit Pole Position, Klassen-/Gesamtsieg und schnellster Rennrunde das erfolgreiche Wochenende krönte. Den finalen Gesamtsieg sicherten sich Arno Klasen, Marc Lieb und Lucas Luhr mit Respektabstand vor der Konkurrenz auf Audi und Mercedes. Nach 4:01:45,709 Stunden sorgte das Trio damit für die erfolgreichste VLN-Saison in der Geschichte des 1996 von Olaf Manthey ins Leben gerufenen Rennstalls!

Der „Dicke“ als schnellster Porsche

Mit einem spannenden Saisonfinale entließ die VLN ihre Fans in die Winterpause, gewürzt mit vielen Zutaten, die ein Rennen bis zum Schluß spannend halten, doch am Ende war ein einmal mehr ein Porsche aus der direkten Ringnachbarschaft, der ganz oben auf dem Treppchen stand. Die Pole Position unterstrich am Samstagvormittag, daß Manthey-Racing sich mit einem Sieg von den zahlreich in die Eifel gepilgerten Langstreckenfans in die Winterpause verabschieden wollte. Mit 8:11.149 min setzen Lieb, Luhr und Klasen bereits im Qualifying die Bestzeit und gaben damit einen Vorgeschmack auf den späteren Rennsieg.

Startfahrer Klasen lieferte dann einen seiner besten Stints im verspätet gestarteten Vierstundenrennen ab. „Heute hat erneut einfach alles gepaßt. Arno ist einen bemerkenswerten Startturn gefahren und Lucas war wie immer astrein - so konnte ich den Sieg nach Hause fahren“, konstatierte ein glücklicher Werksfahrer Lieb nach dem Rennen. „Das war eine Wahnsinnsteamleistung! Alles ist bei Manthey immer perfekt vorbereitet. Du kommst an, das Auto sieht aus wie neu, du setzt dich rein, und los geht’s – der Hammer! So macht das einfach Spaß!“ Der Ludwigsburger, der bei allen seiner drei VLN-Auftritte für Manthey 2010 schlußendlich auch als Sieger die Eifel verlies, brannte mit einer 8:14er Runde die schnellste Rennrundenzeit in den Asphalt der Grünen Hölle. Zur Rennhalbzeit schloß zunächst Luhr mit bis zu sechs Sekunden schnelleren Rundenzeiten auf den zu diesem Zeitpunkt führenden R8 der Ingolstädter Rennfraktion auf. „Sch...“, rutschte ihm trotzdem beim Fahrerwechsel an Marc Lieb heraus. „Ich bin durch Überrundete und Unfälle immer wieder aufgehalten worden, ansonsten wäre ich noch dichter herangefahren.“ Dann war es wieder einmal Petrus, der das Zepter in die Hand nahm, denn einsetzender Regen machte die richtige Reifenwahl wie schon beim neunten Lauf zum entscheidenden Aspekt. Lieb arbeitete sich sukzessive an den R8 heran, als das Team beim planmäßigen Boxenstopp auf Regenreifen wechselte. Stellenweise war Lieb mehr als dreißig Sekunden schneller als die Konkurrenz und zementiert mit einem Parforceritt auf dem gelb-grünen GT3 R den siebten Gesamtsieg der Mantheyschen Equipe in der VLN.

Freude herrschte anschließend im Manthey-Lager. „Ich habe doch gesagt, wir packen das“, grinste Luhr in der Box und erinnerte an die Ankündigung einer Revanche, nachdem es beim neunten Lauf „nur“ zu einem zweiten Platz auf dem Podium gereicht hatte. Und Co Klasen ergänzte: „Selten habe ich einen solch ruhigen und ausgeglichenen Rennfahrer wie Lieb als Teamkollegen gehabt, der dann aber von einer Sekunde zur anderen Rundenbestzeiten wie auf Bestellung abfeuert.“ Sein Ziel für 2010 sah Klasen dann auch erreicht, denn es sei ihm wichtig als Amateur auf Tuchfühlung zu den bezahlten Profis fahren zu können. „Bei Manthey paßt einfach alles, deshalb will ich auch 2011 hier fahren, gerne auch ein paar Rennen mehr.“ Der Karlshausener verbuchte übrigens am Samstag seinen 24. VLN-Sieg insgesamt und steht damit nun auf einer Ebene mit Edgar Dören. Ganze vier Siege fehlen ihm also noch, um sich mit seinem Teamchef die Spitze der ewigen Siegertabelle zu teilen. Mit einem ironischen Zwinkern Richtung Olaf Manthey: „Das weiß natürlich auch der Olaf. Mal sehen, ob er es 2011 zuläßt, daß ich zu ihm aufschließe.“ Und auch Lieb machte sich bereits Gedanken für das kommende Jahr und stellte knapp zwei Monate vor Weihnachten schon einmal seine Wunschliste vor: „Ein paar Siege in der VLN und dann natürlich beim 24h-Rennen – mit Olaf!“

HARIBO-GT3 R zweitbester Manthey-Porsche

Ein neu gebildetes Fahrertrio war auf dem 6h-Siegerwagen mit der Startnummer 88 genannt. Neben Christian Menzel und Richard Westbrook gab Patrick Long am Samstag seine Nordschleifenpremiere. Zuletzt 2003 im Rahmen einer Supercup-Veranstaltung in der Eifel gewesen, blieben dem amerikanischen Porsche-Werkspiloten nur zwei Nordschleifenrunden am Donnerstag in einem straßenzugelassenen Fahrzeug, um sich mit der Nordschleife vertraut zu machen. „Now I am back for the real thing“, antwortete Long vielsagend auf die Frage, wie es sei nach langer Zeit wieder an den Ring zu kommen. Wichtig sei es ihm viel zu lernen und wenig kaputtzumachen, ergänzte er kurz vor dem Rennstart, während er seinen Blick gebannt auf einen Monitor in der Manthey-Loge richtete, der Aufnahmen seiner Fahrerkollegen aus der Inboardperspektive zeigte. „Rennen auf der Nordschleife sind was für richtige Männer“, meinte der amtierende Champion der American Le Mans Series tief beeindruckt dann auch nach seinen ersten Rennrunden auf dem historischen Eifelkurs. Der Novize schlug sich an der Seite von Westbrook und Menzel mehr als achtbar: Auf Rang fünf liegend querten die drei Porscheprofis kurz vor siebzehn Uhr die Ziellinie. Eine Stop-and-Go-Strafe, die im Übrigen auch zwei weitere Manthey-Porsche ereilte, vereitelte in diesem Fall noch den Vorstoß auf Rang vier.

Dem zweiten HARIBO-Porsche mit Ralf Schall, Mike Stursberg und Hans-Guido Riegel war das Glück beim Saisonfinale dagegen nicht holt. Nach nur fünf Runden entzündete sich im Heckbereich des CupS Öl, das zuvor dem Simmerring entwichen war. „Beim Wettbewerb um den schnellsten Ausstieg war ich heute auf jeden Fall der Erstplazierte“, kommentierte Riegel seinen beherzten Sprung aus dem Wagen, nachdem der Bonner die Manthey-Box angesteuert hatte.

Trio setzt Wochenspiegel-Porsche auf Rang 6

Nur einen Platz hinter dem Porsche im Goldbärendesign erlebte der dritte von Manthey eingesetzte GT3 R die Zielankunft. Über die Saison gesehen wurde der von Marc Gindorf, Jochen Krumbach und Armin Hahne pilotierte Manthey-Renner, der erst im dritten Lauf ins Renngeschehen eingreifen konnte, immer stärker, was das Trio mit zwei Podestplätzen unterstrich. „Mit unseren Reifen sind wir jetzt auf dem Niveau der Wettbewerber“, hielt Hahne nach dem Rennen fest. Sei man 2009 nur bei nasser Witterung mit konkurrenzfähigen Zeiten unterwegs gewesen, so habe man 2010 bei den japanischen Slicks große Schritte nach vorn gemacht. „Sollten wir unser Engagements als fahrerisch sehr homogenes Trio 2011 fortsetzen können, bin ich sehr optimistisch, denn Top5-Plazierungen sind für uns allemal drin.“

„Best of the rest“

Auf Rang sieben setzen Georg Weiss, Oliver Kainz und Michael Jacobs den Porsche 911 GT3 R des Wochenspiegel Team Manthey. Damit ging für die drei rennsportbegeisterten Eifelaner, zeitweilig im Laufe der Saison unterstützt von Peter-Paul Pietsch, eine erfolgreiche Langstreckensaison zu Ende. „Das war ein schönes Rennen“, urteilte Jacobs später. „Ich bin sehr zufrieden, daß wir mit unserem mit reinen Amateuren besetzten Auto hinter den Topleuten auf Rang sieben gefahren sind und auch nichts kaputt gemacht haben!“ Auch Co Weiss bestätigte: „Das war eine gute Saison! Letztes Jahr habe ich oft gezweifelt, ob ich in der VLN weitermachen soll nach dem vielen Pech.“ Im Hinblick auf die 2011 stark wachsende Zahl der werksunterstützten Autos und die zahlreichen Profifahrer, regten beide eine reine Amateurwertung an. „Man sollte vielleicht seitens der VLN-Verantwortlichen darüber hinaus auch einmal überlegen, die Dunlopkehre aufzumachen, denn wenn wir nun bei nahezu jedem Rennen mit fast 200 Teilnehmern rechnen können, würde sich Einiges gerade auf den ersten Runden entzerren, was der Sicherheit aller zugute kommt.“ Ein eigenes Fazit formulierte Co Kainz nach seiner ersten Saison auf Porsche: „Ich habe meine Ziele erreicht – nach vielen Jahren auf BMW bin ich auf Anhieb mit dem Elfer schnell gewesen. Es war für mich also die richtige Entscheidung. Bei Manthey und mit den neuen Teamkollegen fühle ich mich sehr wohl.“

Meuspather Cup-Klasse

Licht und Schatten bestimmten den Auftritt der Cup-Fahrzeuge aus Meuspath. Während für die Startnummer 670 mit Menzel, Kohler, Kräling das Aus schon nach wenigen Nordschleifen-Metern aufgrund eines überraschenden Versagens der Benzinpumpe besiegelt war, fanden sich Holte, Porsche, Hoffmeister auf Platz 24 wieder. „Das ist doch ein schöner Saisonabschluß für ein mit VLN-Novizen besetztes Cup-Auto“, fand dann auch Holte, der mit einer Fortsetzung des Engagements in 2011 liebäugelt. Auch Marc Porsche wollte die Vorfreude auf die kommende Saison nicht verhehlen, denn er habe sein großes Ziel in Kürze die 9-Minuten-Schwelle unterschreiten zu können, klar vor Augen. „Und irgendwann dann einmal die 24h, aber nur mit Manthey-Racing!“

Ein ganz besonderes Rennen war der zehnte Lauf für Gary Williams und seine Freunde Julian Perry sowie Daniel Cooke. Der in England lebende Amerikaner hatte bereits vor Wochen seinen Rücktritt vom rennsportlichen Geschehen erklärt. Mit einem tollen sechzehnten Gesamtplatz verabschiedet sich damit auch der Cup-Porsche im „Hippie“-Design aus der Langstreckenmeisterschaft. „Natürlich bleibe ich Manthey-Kunde und werde auch das eine oder andere Mal meine Elfer bewegen, dann aber clubsportlich bei einem Trackday u.ä., und nicht mehr bei dem Bemühen eine gute Plazierung zu erreichen“, erklärte Williams. Teamchef Manthey überreichte Williams zum „halben“ Abschied ein Bild des Teams in Postergröße mit den besten Wünschen und einem herzlichen „Cherrio!“.

Tiemann zu Besuch

Eine schöne Überraschung war der Besuch von Manthey-Stammfahrer Marcel Tiemann! Der bei einem Unfall in Imola vor Monaten schwer verletzte Wahlmonegasse kam an seine alte Wirkungsstätte zurück, um Manthey-Racing beim letzten Rennen des Jahres die Daumen zu drücken. „Natürlich dauern Reha und Therapien noch an, doch ich habe mich so gut gefühlt, daß ich mein altes Team, die Fahrerkollegen und Familie Manthey unbedingt besuchen wollte“, sagte Tiemann. „Auch den Fans wollte ich für die vielen Mails, Briefe und Genesungswünsche danken!“ Tiemann merkte an, daß Gedächtnislücken und Nackenschmerzen noch seine steten Begleiter seien, ebenso arbeite sein Orientierungssinn noch fehlerhaft. „Mein Ziel ist es, das vor allem mit den Augen bald alles okay ist, denn das ist die Voraussetzung, daß ich wieder Autofahren kann und somit unabhängiger bin“, erläuterte Tiemann im Hinblick auf die Einschränkungen seines Gesichtsfeldes. Eine Akupunktur in den Wochen soll eine Verbesserung bringen, aber unabhängig davon liegt noch ein weiter Weg vor dem Piloten, der mit Manthey das 24h-Rennen gleich vier Mal gewinnen konnte. Sein Credo seit seine Erinnerung im Krankenwagen auf der Fahrt von München nach Bad Aibling wieder einsetzte: „Das Leben geht weiter – du mußt einfach kämpfen!“

Resümee des Teamchefs

Mit einem Sieg in die Winterpause – wie 2010 aufhörte, so kann aus Sicht von Manthey-Racing 2011 auch beginnen. Olaf Manthey hat allen Grund zufrieden auf eine überaus erfolgreiche Saison zurückblicken: Sieben Gesamtsiege bei zehn Läufen, von den unzähligen Podiumsplazierungen ganz zu schweigen. „Es war eine tolle Saison mit dem Highlight unseres historischen 3fach Sieges beim 6h-Rennen! Dafür möchte ich mich jetzt zum Finale ganz herzlich bei denjenigen bedanken, die Manthey-Racing unterstützt haben, nämlich bei unseren treuen Partnern, meinen schnellen Piloten und meinem toll arbeitenden Team.“ Ein großes Dankeschön, so Manthey, gehe auch an die VLN-Organisation und alle Streckenposten sowie nicht zuletzt an die zahlreichen Fans! „Mit dem erweiterten Engagements seitens BMW und Audi sowie dem neuen Engagement von Mercedes verspricht 2011 ein ganz spannendes Jahr auf der Langstrecke zu werden“, blickt Manthey bereits voraus. Das tue der ganzen Serie gut, denn die Aufmerksamkeit steige mit der zunehmenden Attraktivität. Insofern freue er sich auf den motorsportlichen Wettbewerb im kommenden Jahr, denn Manthey-Racing werde alle Hebel in Bewegung setzen, um sicherzustellen, daß trotz zunehmender und willkommener Konkurrenz auch weiterhin ein Porsche seinen Platz auf dem Podium findet. Mit Rückblick auf das Ränkespiel der letzten Jahre hofft Manthey, daß die Politik außen vor bleibt. „Sobald Werke eine Serie als neues Spielfeld ausgemacht haben, wird versucht Motorsport hinter den Kulissen zu betreiben. Schon oft sind daran einst erfolgreiche Rennserien gescheitert. Ich würde mir wünschen, daß dieses Schicksal der VLN und ihren fairen Teilnehmern erspart bleibt. Wir in Meuspath arbeiten jedenfalls daran!“

VLN on tv

Eine 30-minütige Zusammenfassung des Rennens zeigt der Sender Sport1 am 5. November um 9 Uhr.

Das nächste Rennen

Der nächste Rennauftritt von Manthey-Racing geht Mitte Januar über die Bühne, wenn die Meuspather den HARIBO-GT3 R beim 24h-Rennen in Dubai einsetzen.

Die VLN geht nun in die verdiente Winterpause. Am 11. Dezember findet im Dorint-Hotel am Nürburgring die feierliche Jahressiegerehrung statt. Zuvor präsentiert sich die populärste Breitensportserie Europas vom 27. November bis 5. Dezember auf der Essen Motor Show in Halle 6.