MANTHEY RACING. Ready for your Porsche!
26.06.2011

Grandioser Manthey-Erfolg beim 24h-Rennen Nürburgring!!!

Manthey gewinnt größtes Autorennen der Welt zum fünften Mal in sechs Jahren

Meuspath -  Meuspath – Mit einem überwältigenden Triumph endete das 24h-Rennen am vergangenen Wochenende für Manthey-Racing: Vor 250.000 Zuschauern entlang der GP-Strecke sowie der legendären Nordschleife gewannen die Porsche-Werksfahrer Marc Lieb, Timo Bernhard, Romain Dumas sowie Manthey-Stammpilot Lucas Luhr mit dem Porsche 911 GT3 RSR die 39. Auflage des Langstreckenklassikers in der Eifel und verwiesen dabei die starke Konkurrenz der Werksteams von BMW, Mercedes und Audi auf die Plätze! Für Manthey-Racing war es bereits der fünfte Sieg bei dem Traditionsrennen in den letzten sechs Jahren – ebenso für Timo Bernhard, der damit in der Fahrerwertung mit Marcel Tiemann gleichzog!

Es war eines der spannendsten und dramatischsten 24h-Rennen am Nürburgring überhaupt, bei dem Manthey-Racing das Kunststück gelang zum dritten Mal einen neuen Distanzrekord aufzustellen. Stolze 156 Runden und 3.958,968 absolvierte das eingespielte Fahrerquartett in einer Tageslänge! Mit dem traditionell in gelb-grüner Lackierung auftretenden GT3 RSR übernahmen Lieb, Bernhard, Dumas und Luhr am Samstag um 23:25 Uhr die Führung und gaben sie danach bis ins Ziel nicht mehr aus der Hand. Was folgte waren 16 Stunden und 35 Minuten an der Spitze des größten Autorrennens der Welt, 108 konstant schnelle und fehlerfreie Runden unter großem Druck auf der anspruchsvollsten Strecke, die der Automobilrennsport kennt – das spricht für die Klasse der Piloten und die Qualität der Teamarbeit.

„Wir wussten schon vor dem Start, dass wir nur dann um den Sieg fahren können, wenn wir als Team funktionieren, von den Fahrern bis zu den Mechanikern. Und das hat die ganze Zeit wirklich sehr gut geklappt“, sagte Timo Bernhard, der den gelb-grünen RSR über die Ziellinie fuhr. Eigentlich gab es neben den üblichen Reibereien auf der Strecke nur eine wirklich kritische Situation – und die ausgerechnet an der Box. Olaf Manthey: „Beim Boxenstopp hat die Zapfsäule des Nürburgrings zwei Mal nicht funktioniert. Es kam einfach kein Benzin. Also mussten wir das Auto an eine andere Säule zurückschieben und haben so fast eine Minute verloren.“

Nach einer Anfangsphase unter schwierigen äußeren Bedingungen wurde der von Manthey-Racing parallel zum Porsche 911 GT3 RSR eingesetzte 911 GT3 R nach gut zwei Stunden aus dem Rennen genommen, weil man sich ganz auf ein Auto konzentrieren wollte. Eine perfekte Strategie von Ringfuchs Olaf Manthey, die mit einem grandiosen Sieg belohnt wurde!

Nach einem enorm spannungsreichen Verlauf in den ersten beiden Renndritteln konnten sich die späteren Sieger erst etwa zwei Stunden vor Rennende darauf konzentrieren, ihre Platzierungen mit Topspeed ins Ziel zu tragen. Zu stark war der Druck des ärgsten blau-weißen Verfolgers mit der Niere im Grill. Zuvor hatten die Fans auf den prall gefüllten Zuschauerplätzen eine packende Startphase mit vielen Führungswechseln erlebt, die nahtlos in einen nächtlichen Hochgeschwindigkeits-Kampf überging. Hier legten die Manthey-Fahrer den Grundstein für den Sieg, als sie sich mit einer Serie schneller Runden vom Rest der Konkurrenz absetzen konnten. „Dieses 24h-Rennen war für uns vielleicht das Schwierigste“, gestand Teamchef Manthey, „denn die Konkurrenz war wirklich enorm groß. Unsere Strategie war, auf die eigene Kraft zu vertrauen und uns nicht auf übertriebene Positionskämpfe einzulassen. Das ist voll aufgegangen. In der Nacht konnten wir uns mit schnellen, konstanten Rundenzeiten aller vier Fahrer absetzen – und dieser Vorsprung hat den Weg zum Erfolg geebnet.“

Eine eindrucksvolle Leistung zeigte auch der Porsche 911 GT3 R Hybrid, auch wenn am Ende seines zweiten Starts bei dem 24h-Klassiker nicht die erhoffte Top-Platzierung stand. Der vom Porsche Team Manthey eingesetzte Rennwagen mit seinem zukunftsweisenden Antriebskonzept kam mit den Porsche-Werksfahrern Jörg Bergmeister, Richard Lietz, Marco Holzer und Patrick Long nach einer sehenswerten Aufholjagd mit 17 Runden Rückstand auf dem 28. Platz ins Ziel. Zwei Mal war der Bruch des Differenzialflansches der Grund für unplanmäßige Boxenstopps. Doch die Hybrid-Crew bewies Moral und kämpfte sich mehrfach wieder Richtung Top 20 vor. Ein weiteres 24h-Engagement am Nürburgring wird es mit dem Hybrid-Porsche laut Sportchef Kristen nicht geben. Zu groß ist die Verärgerung über das Einbremsen des innovativen Rennfahrzeuges, wie Kristen gegenüber Pressevertretern kundtat.

Auf einen sensationellen 10. Gesamtrang fuhr der Wochenspiegel-Porsche! Der mit den vier erfahrenen Privatiers Michael Jacobs, Oliver Kainz, Jochen Krumbach und Georg Weiss besetzte Renner lief wie am Schnürchen und zählte über die gesamte Renndistanz zu den besten Elfern im Feld. Durch kontinuierlich schnelle Rundenzeiten riß der Kontakt zu den Schnellsten auf der Strecke nie ab. Das Quartett aus der Eifel krönte schließlich nach 151 unfallfreien Runden die tolle Vorstellung mit dem Sprung in die Top 10. „Wir sind mächtig stolz als reinrassige Amateure inmitten von knapp 40 werksunterstützten Rennwagen und einer ungeheuren Schar von internationalen Toppiloten als Zehnte ins Ziel gekommen zu sein“, freute sich ein strahlender Georg Weiss kurz nach 16 Uhr. Das Quartett, das auch in der VLN mit seinem GT3-MR erfolgreich punktet, hatte im Laufe des Rennens nur eine Schrecksekunde zu überstehen, als Jochen Krumbach aufgrund einer beschädigten Felge die Box ansteuern mußte. Nach schnell erfolgtem Radtausch setzte der Wochenspiegel-911er dann die Hatz durch die Grüne Hölle ohne weitere Probleme fort.

Drittbester von Manthey eingesetzter Porsche wurde am Sonntagnachmittag der HARIBO-R. Am Ende querte das Quartett Richard Westbrook, Christian Menzel, Mike Stursberg und H.G.R. als Dreizehnter die Ziellinie. „Ohne Probleme durchkommen“, lautete das Motto des Teams. Dieses traf auch bis knapp 150 Minuten vor Rennende zu. Lediglich einen Riss im Heckflügel hatte die Equipe in der Nacht zu beklagen und rangierte so nach 21 Stunden auf einem aussichtsreichen achten Rang im Gesamtklassement. Um 13:11 Uhr steuerte der Porsche 911 GT3 R aber mit einem defekten Auspuff unplanmäßig die Box an. „Der Auspuff ist gebrochen - mit fatalen Auswirkungen“, so Menzel. „Der heiße Abgasstrahl hätte Teile der Heckpartie entzünden können. Wir waren gezwungen, einen neuen Auspuff zu montieren.“ Das Manthey-Team leistete ganze Arbeit, der unplanmäßige Boxenstopp kostete am Ende dennoch vier Runden auf die Spitze und fünf Positionen im Gesamtklassement. „Natürlich waren unsere Jungs im ersten Moment sehr enttäuscht“, erklärt Marco Alfter, Leiter Unternehmenskommunikation bei HARIBO. „Mit etwas Abstand betrachtet überwiegt am Ende jedoch die Freude, dass wir die Zielflagge gesehen haben. Von 202 gestarteten Teams blieben 67 auf der Strecke. Von den verbliebenen 135 Teams haben wir als 13. die Zielflagge gesehen - das ist aller Ehren wert.“

Auf Rang 22 schließlich landete nach 142 absolvierten Runden der sogenannte Nadelsteifen-Porsche pilotiert von Marc Gindorf, Wolfgang Kohler, Philipp Wlazik und Peter Scharmach. Letztgenannter war als Doppelstarter genannt und fiel nach einem Feuerunfall aus, nachdem die Ärzte eine Rauchvergiftung diagnostizierten. So lag es schließlich am verbliebenen Trio den Elfer mit der Startnummer 10 um die Kombination von GP-Strecke und Nordschleife zu jagen. Zwei Unfälle erforderten längere Reparaturaufenthalte in der Box und kosteten zunächst den sicheren Platz innerhalb der Top 10, später dann auch in den Top 20.

Eine sich lösende Riemenscheibe war der Auslöser für einen kapitalen Motorschaden, der den von Rainer Holte, Danny Cooke, HP Lieb und Arne Hoffmeister ins Aus beförderte. Mitternacht war bereits vorbei, als Youngster Hoffmeister Geräusche aus dem Heck des Elfers wahrnimmt. Er schafft es noch mit dem Wagen die Manthey-Box anzufahren, doch hat die lose Scheibe einen zu großen Schaden angerichtet, als daß eine Reparatur möglich ist.

Prominente Unterstützung kam von der Waterkant: Rock-Legende Udo Lindenberg reiste erstmals zum Langstreckenklassiker in die Eifel, um vor Ort den Porsche-Teams die Daumen zu drücken. Den gelb-grünen Manthey-R als auch den R Hybrid verzierte er mit einem seiner bekannten Udogramme. Über das 24h-Rennen und die Faszination Porsche meinte der Wahl-Hamburger: „Ich habe mir 1973 meinen ersten Porsche 911 gekauft und dafür meine erste große Gage auf den Kopf gehauen. Leid hat mir das nie getan, im Gegenteil: Porsche verkörpert für mich Leidenschaft in seiner schönsten Form und ich freue mich, daß Porsche auch in Sachen Umwelt mit dem Hybridauto sehr weit vorne liegt. Man muß die Emissionen runterfahren, das ist klar. Ich bin zum ersten Mal hier und finde das alles einfach nur geil! Den Jungs von Porsche drücke ich die Daumen, die werden das schon schaukeln.“ Als kurz nach 16 Uhr am Sonntag feststand, daß der Manthey-Porsche mit der Startnummer 18 ganz oben auf dem Podium gelandet war, gratulierte Lindenberg per sms: „Congratulations and celebrations, hoch die Tassen, Porsche Nr.1, so gehört sich det. Euer Udolito Linde (war toll bei Euch)“
  

Stimmen nach dem Rennen

 

Olaf Manthey:
"Ich bin überwältigt! Nach dem ganzen politischen Hin-und-Her haben wir die richtige Strategie gewählt und ich denke auch verdient gewonnen! Ich freue mich riesig für unser ganzes Team, das für diesen Sieg noch härter gearbeitet hat als je zuvor. Besonders wertvoll ist dieser Sieg für mich, weil wir gegen so viele starke Wettbewerber, wie noch nie zuvor, angetreten sind! Auch wenn wir vor Mitternacht die Spitze übernommen haben, mußten wir bis zum Schluß alles dafür tun dieses auch zu verteidigen. Deshalb ist dies unser wertvollster Sieg überhaupt, den wir hier am ‚Ring errungen haben. Er war erkämpft, nichts wuder uns geschenkt. Ein großes Lob an meine Jungs in der Box und hinterm Lenkrad! Danke auch an Porsche und natürlich die zahlreichen Fans, Helfer und Streckenposten!"
 

Marc Lieb:
„Es war schwer die ganze Zeit am Limit zu fahren. Der Gewinn dieses Rennens zählt sicher zu den emotionalsten Momenten in meiner Karriere. Es war ja wirklich nicht zu erwarten, dass wir hier so auftrumpfen würden. Wir haben uns nach dem schwierigen Training zusammengerauft und uns gesagt: Wir geben alles. Wir haben keinerlei Fehler gemacht und als gesamtes Team eine tolle Leistung abgeliefert. Es ist einfach genial. Zu Beginn des Rennens war es eine schwere Entscheidung, mit welchem der beiden 911er wir durchfahren sollten. Es war gut, dass wir uns auf ein Auto konzentriert haben, denn um auf zwei Fahrzeugen diese Leistungen zu bringen, dafür war das Tempo zu hoch. Alles lief perfekt, denn die Autos waren wie immer perfekt vorbereitet.“
 

Timo Bernhard:
„Der fünfte Sieg bei diesem Rennen ist etwas ganz Besonderes, zumal es in diesem Jahr besonders schwer war. Wir hatten gar keine andere Wahl, als von Anfang an auf Angriff zu fahren. Im Endeffekt war alles perfekt. Für mich ist es ein ganz besonderer Moment, meinen fünften Sieg beim 24h-Rennen zu feiern. Schade, dass unser Stammpilot Marcel Tiemann diesmal nicht mit dabei sein konnte. Mit Lucas Luhr hatten wir einen guten Ersatz. Das Rennen war superhart. Deshalb sind wir umso glücklicher ohne Probleme über die Runden gekommen zu sein. Wir haben alle das Maximum erreicht. Mein spezieller Dank geht an unseren Teamchef Olaf Manthey. Er lebt dieses Rennen wie kein anderer und bereitet sich mit unglaublich viel Herzblut jedes Jahr darauf vor.“
 

Romain Dumas:
„Mein vierter Sieg bei diesem Rennen war der schwerste. In diesem Jahr war der Wettbewerb so hart wie nie zuvor. Wir mussten alle unser Bestes geben. Wir sind ja nur vom 18. Startplatz ins Rennen gegangen, haben aber das Maximum herausgeholt. Das war ein Wettkampf auf hohem Niveau. Wir haben unser bestes gegeben. Ich hatte meine Schrecksekunde in der Nacht, als es eine leichte Berührung mit einem BMW gab. Ich habe echt Angst gehabt, dass was am Auto kaputt ist. Weil ich genau zu der Zeit keinen Funk hatte, konnte ich niemanden fragen, ob ich an die Box kommen soll. Ich habe in das Auto hineingehört und gemerkt: alles okay. Jetzt wird gefeiert.“
 

Lucas Luhr:
„Unser Plan war es, in der Nacht alles zu geben, um nach vorne zu kommen. Das ist uns gelungen, obwohl es im dichten Verkehr nicht einfach war. Wir mussten einfach von der ersten bis zur letzten Minute voll draufhalten, da unsere Konkurrenten sehr stark waren. Bei einem meiner Stints gab es eine leichte Berührung vorne links, aber das konnten wir abkleben und weiterfahren. Ich finde, wir haben verdient gewonnen.“
 

Dr. Wolfgang Porsche, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Porsche AG:
„Ich bin überwältigt. So ein Erfolg ist nur als Team machbar. Ich danke allen, die mit dazu beigetragen haben. Heute bin ich besonders stolz, weil wir klein, aber fein und erfolgreich sind.“
 

Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender Porsche AG:
„Ich bin das erste Mal für Porsche bei einem 24-Stunden-Rennen dabei und hatte nicht damit gerechnet, dass es gleich so emotional wird. Es war ein ganz großes Wochenende für die Firma Porsche. Alle Mitarbeiter vor Ort haben bewiesen, was Porsche Intelligent Performance wirklich bedeutet. Danke an alle Fahrer – nicht nur an das Siegerteam, sondern auch an das Team des Hybrid-Porsche. Auch da haben alle Fahrer eine hervorragende Performance geboten. Danke auch an die Vielzahl von Mitarbeitern, die im Hintergrund mitgewirkt haben.“
 

Hartmut Kristen, Porsche-Motorsportchef:
„Gratulation an die Mannschaften von Manthey-Racing und unsere Mitarbeiter aus Weissach. Sie haben fantastisch gearbeitet und damit ganz wesentlich zu unserem Erfolg beigetragen. Ich bin sehr froh, dass es nach dem ganzen Hickhack im Vorfeld letztlich eine saubere, sportliche Entscheidung auf der Strecke gegeben hat. Mit entscheidend für den Sieg war auch, dass der 911 GT3 RSR hundertprozentig zuverlässig war und wir einen Tankstopp weniger einlegen mussten als die Konkurrenten. Das erwartet man auch von einem Porsche. Natürlich haben sich auch unsere Fahrer ein großes Kompliment verdient. Sie alle haben einmal mehr fehlerfrei agiert. Das gilt auch für das Quartett, das im 911 GT3 R Hybrid wegen zwei mechanischen Problemen und einem Unfall nicht den verdienten Erfolg einfahren konnte. Von der reinen Leistungsfähigkeit her und mit seiner Effizienz hat das Auto mit dem innovativen Antriebskonzept das gezeigt, was wir erwartet hatten. Dass das Ergebnis dies nicht widerspiegelt, ist sehr schade.“
 
 

Ergebnis 24 Stunden Nürburgring

1. Lieb/Bernhard/Dumas/Luhr (D/D/F/CH), Porsche 911 GT3 RSR, 156 Runden
2. Müller/Farfus/Alzen/Lamy (D/BRA/D/P), BMW M3 GT, +4:23,7 Sekunden
3. Basseng/Fässler/Piccini/Stippler (D/CH/I/D), Audi R8 LMS, - 1 Runde
4. Stippler/Hennerici/Haase/Winkelhock (D/D/D/D), Audi R8 LMS, - 1
5. Ekström/Scheider/Werner/Abt (S/D/D/D), Audi R8 LMS, - 2
6. Heyer/Jäger/Bleekemolen/Seyffarth (D/D/NL/D), Mercedes-Benz SLS, - 3
7. Arnold/Margaritis/Brück/Frankenhout (D/D/D/NL), Mercedes-Benz SLS, - 3
8. Farnbacher/Simonsen/Seefried/Melo (D/MC/D/I), Ferrari F 458, - 4
9. Abbelen/Schmitz/Kentenich/T. Bergmeister (D/D/D/D), Porsche 911 GT3 R, - 4
10. Weiss/Kainz/Jacobs/Krumbach (D/D/D/D), Porsche 911 GT3 R, - 5